MOOC, MOOC, MOOC

Der Herbst naht! Wer’s nicht draußen fühlt, die morgendliche Kühle spürt, die abgeernteten Felder entdeckt, die klare Luft wahrnimmt, der merkt es im Internet.

Ja, tatsächlich!

Das Wintersemester beginnt und fast täglich treffe ich auf Einladungen zu MOOCs. Zunächst geschah es schleichend, fast unbemerkt. Hier mal eine eMail mit einem Hinweis, dort ein Blogpost. Doch jetzt kommen die „dicken Fische“ mit ihren Angeobtslisten, soeben war’s Stanford.

Wir sind ja mittlerweile Profis beim Stöbern in den Katalogen der Online-Shops – und kaufen dort dann oft mehr als geplant, egal ob es Bücher oder Schuhe sind. Ist und bleibt man immer „hungrig“, wenn man sich in der Glitzer- und Blinkwelt des WWW bewegt?

Und wie verhalte ich mich beim Stöbern in den Bildungsangeboten? Wäre dieses Thema nicht interessant, jenes Kursdesign innovativ und sollte ich das verschüttete Wissen nicht endlich auffrischen? So füllt sich denn mein Bildungswarenkorb. Es kostet ja nichts und geht so leicht von der Hand!

Aber halt! Ich setze meine wertvolle Ressource Zeit hier ein, oft ohne über den Umfang genaueres zu wissen. Wenn ich ein Buch kaufe, steht der Preis fest und wird mir deutlich angezeigt (egal ob offline oder online). Als ich mich gerade für den Online-Kurs registrierte, war mir der zeitliche Aufwand weder bekannt noch bewußt. Die Beschreibung war ausführlich und animierend, aber weder wann ich Zeit noch wie viel davon ich aufwenden müßte fehlten. Ich suchte und fand die Termine, um den erforderlichen Zeitaufwand kümmerte ich mich nicht.

Schon lange verwalte ich meine Termine elektronisch, schon wegen der bequemen Alarmfunktion. Doch warum habe ich bisher meine MOOC-Aufwandszeit hier bisher nie festgehalten?

#MMC13: Resume Woche 4

Thema der Woche 4 im MMC13

Geschäftsmodelle für MOOCs: (Re-) Finanzierung und Return on Invest

Der Begriff

Für mich ist und bleibt ein MOOC open, auch und gerade im Sinne einer Freiheit von Teilnehmergebühren. Eine Finanzierung der Kosten für offene Kurse über die Teilnehmer ist für mich ein Widerspruch in sich, die Finanzierung sollte, wie bereits erwähnt, von den großen Playern getragen werden, die dadurch ihr Renommee pflegen und/oder ihre Existenzberechtigung beweisen können. Das garantiert übrigens auch eine gewisse Qualität der Kurse.

Das Merkmal tuition free muss für MOOCs bestehen bleiben, auch wenn ich realistischerweise sehe, dass die berühmten Vorbilder wie C und U sich das Finanzierungsmodell von einem noch biggeren Player gegriffen haben, von FB. Der Nutzer zahlt mit seinen Daten, TANSTAAFL.

Ich habe nichts einzuwenden, wenn die Bildungsindustrie lernt, sei es von MOOCs, aus dem Verhalten von Teilnehmern in MOOCs oder deren Erfolg in und durch MOOCs. Sie wären ja dumm, dies nicht zu tun und in die Verbesserung ihrer Produkte einzubauen. Aber dann sind die Produkte keine MOOCs mehr.

Ich habe auch nichts gegen eine nachgelagerte Finanzierung von Bildungsangeboten – Bezahlen bei Erfolg. Aber auch dann verbietet sich für mich die Verwendung des Begriffs open.

Ich sehe den Begriff MOOC diesbezüglich ganz eng.

Geschäftsmodelle

Wenn die eigentliche Leistung, die das Geschäftsmodell bietet und monetarisiert, die Community sein soll, die sich aufbaut, sich organisiert, vielleicht auch vom Anbieter hergestellt wird, dann wird diese Community – hoffentlich – darauf pfeifen und ausweichen.

Beruht das Geschäftsmodell auf der guten Betreuung, kann es m.E. nicht mehr M also massive sein.

Geschäftsmodelle, die die Anbieter beraten oder Ressourcen zur Verfügung stellen, sind momentan am sichtbarsten.

Interessant finde ich das Recruiting-Modell. Allerdings dürfte mit dem stark kompetitiven Moment die für einen MOOC unerläßliche Community leiden – trotz aller Bekenntnisse zum Wert der Teamfähigkeit. Aber warum sollte ein Assessment Center nicht massive und online sein? Ein MOAC – massive online assessment center.

Offene Frage

Gibt es eigentlich Untersuchungen, ob und wie viel Teilnehmer an MOOCs bereit wären zu zahlen?

Fazit für mich

Wer sollte also MOOCs anbieten: nur die, die es sich leisten wollen – und die es leisten können (Thema Qualität). Also ist keine dirkete Refinanzierung anzustreben.

Wer eine direkte Refinanzierung benötigt, findet in den wahren MOOCs einen großen Fundus an Methoden und Themen und baut sie in seine ganz eigenen Formen ein.

Die Lösung

Mein ultimatives Geschäftsmodell zum Faschingsdienstag: der Dr. MOOC, Zielgruppe: Politiker

hellau 🙂

#MMC13 und die Technik

oder die Frage: wie macht man das technisch?

  1. Wie verknüpfe ich all die erstellten Dokumente? Wie laufen Sie zusammen? Automatisch, manuell?
  2. Wie erstelle ich Material wie z.B. den the power of open-Beitrag von André Spang und  Jörg Lohrer?
  3. Wie viele Kanäle muss ich bedienen in einem MOOC? Muss es wirklich sein, dass ich Chrome installiere um meinen Hauptbrowser google-frei zu halten? Wie viele Accounts brauche ich für die Teilnahme an einem cMOOC wie MMC13?

Sprüche

„Don’t be2perfect“
aus dem the power of open-Beitrag von André Spang und Jörg Lohrer. Haha! Warum legen die dann die Latte so hoch?

#MMC13: Woche 3

MOOC und OER

Das Thema Lizensierung und Urheberrecht, oh je! Ich arbeite in einer wiss. Bibliothek – muss ich mehr sagen?

Mein Standpunkt:

  1. Was mit öffentlichen Geldern (auch teilweise) in Bildung und Wissenschaft entsteht MUSS CC sein, vorzugsweise 0 und nur in begründeten Ausnahmefällen unter GPL-artigen oder anderen CC-Lizenzen. Hiervon erfasst müssen ALLE Daten sein, nicht nur „Zusammenfassungen“.
  2. Was ich als Privatperson erstelle, soll unter der selben Lizenz verwendet, weiterentwickelt, verändert werden können (das BY ist mir eigentlich egal, aber es gehört wohl dazu).

Durch Teilen entsteht Mehrwert.

Lizensiert: CC BY-SA

oder wie macht man’s korrekt?

#MMC13: Nachlernen der 1. Woche

Was ist ein MOOC, wann is ein MOOC ein MOOC und welche Arten gibt es?

? Was ist massiv ?
Und – warum muss ich einen Kurs als MOO einstufen? Hat diese Kategorisierung Folgen? Und wenn sie Folgen hat, für wen? Den Veranstalter, den Teilnehmer, den Gegenstand/Inhalt, das Drumherum?

? Was ist offen ?
kostenlos, ohne Zugangsvoraussetzungen, urheberrecht, zeitlich offen, … –> Woche 3

? Was ist online ?
Muss ich ständig online sein, rund um die Uhr? Gibt es alle Materialien online oder brauche ich auch offline-Medien (z.B. Bücher)?

Die MOOC-Tpyen

xMOOC: hoher Strukturierungsgrad, festgelegte Tools; z.B. Coursera = konventionelle Lehre massentauglich gemacht, um den Preis der Ananymität
cMOOC: freies Format, TN entscheidet über Tools, Themen und Inhalte z.T. TN-generiert =  neue Lehr- und Lernformen
bMOOC: blended MOOC
miniMOOC: geringer zeitlicher und thematischer Umfang

Die 4 Erfolgsfaktoren für MOOCs und ihre Teilnehmer (nach Hannes Klöpper):

  1. neue Art der Nutzung des Video
    1. kein talking head 🙂 Erklärung mit Skizzen
    2. Zerlegung des Materials in kleinere Sinneinheiten (max.5-6 min)
  2. sofortige Rückmeldung möglich durch Fragen gleich am Ende des Videos, um Verständnis abzuprüfen und ob das Video das vermittelt, was es soll
  3. soziale Interaktion auch, trotz und wegen der hohen Teilnehmerzahl; schnelle Reaktionszeit auf Fragen durch peer zu peer Unterstützung; Bewertung der Antworten (crowd sourcing – crowd curation)
  4. Event-Charakter (zeitlichen und thematischen Rahmen)

What the heck is OER?

open educational resources (für den „Neigschmeckten“) –> siehe Woche 3

Die MOOC-Matrix

Sauber! mehr bleibt mir nicht zu sagen.

Wichtig

„Lernen in einem MOOC bedeutet v.a. zu lernen, wie man Inhalte selektiert.“ (Stephen Downes, 2012).
Kann’s das sein? Ich biete als Lehrender / Facilitator so viel Material an, dass man als Lerner nicht umhin kommt zu selektieren. Ist diese Kompetenz ein Lernziel? Falls ja, muss es m.E. ausdrücklich erwähnt werden. Der Kurs hat also neben dem „Hauptthema“ noch weitere Lernziele. Dass diese Kompetenz wichtig ist, steht außer Zweifel, es ist jedoch nicht fair, sie den Lernenden einfach unterzujubeln. Und was sind die Konsequenzen, wenn man bzgl. dieses Lernziels versagt, aufgibt?

Spannend

Natürlich die Undercover Story, besser als jeder Tatort!

#MMC13: es war einmal ein Doppel-MOOC

Das große C rief zu einem MOOC und viele kamen – viel zu viele.

So brachte die von den Teilnehmern per Eintrag in ein Google-Spreadsheet durchzuführende Gruppenbildung sogar einen Google-Doc-Server zum Absturz.  Die Reparaturversuche enthüllten ein solches Chaos, dass jeder Soziologe seine wahre Freude daran haben muss. Ich hätte mich das nicht getraut: den Teilnehmern die Gruppenbildung frei zu überlassen. Und ich habe knapp 100 Teilnehmer in meinen (blended learning) Kurs! Jeder konnte das Anmelde-Spreadsheet nach Gusto bearbeiten, fantastisch!

Zunächst dachte ich ja noch: klar „learning by doing“ und v.a. „leaning by failing“. Aber nein, das war alles echt! Und auch kein Experiment der oben angesprochenen Soziologen, so weit mir bekannt 🙂

Neben den technischen Problemen war ich doch unangenehm überrascht vom ersten Lehrmaterial, das angeboten wurde. Ich empfand es schon zu meinen Studienzeiten (mehr als 30 Jahre her) als Zeitverschwendung, in einer Vorlesung zu sitzen, in der vorgelesen wird. Dass es das heute noch gibt und dann auch noch als Videocast auf einer völlig überhypten Platform! Ich hätte es nicht gedacht, wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre. Mehr dazu im Post von Debbie Morrison: How NOT to Design a MOOC: The Disaster at Coursera and How to Fix it.

Heute, 3.2. habe ich mich abgemeldet von diesem MOOC-Trauerspiel. Irgendwann verliert man die Lust am Desaster und bringt keine mehr für eine Reparatur auf. Was heißt schon Reparatur bei einem Totalschaden!

Leider bin ich erst am 31.1. auf den MMC13 gestoßen. Damals dacht ich noch, dass es eine ganz nette Ergänzung zum FOE sein könnte – und deutschsprachig noch dazu. Heute weiß ich es besser.

Heute, 3.2. habe ich mich angemeldet bei diesem MOOC – neues Spiel und hoffentlich mehr (nein nicht Glück) Substanz. Diese Hoffnung sollte nicht lange wage bleiben! Meine ersten Schritte zeigen, dass hier ein spannender Ansatz offensichtlich funktioniert.